Studie der Klinik Hietzing zur IOL-Berechnung
Eine Studie mit 1.020 Augen untersuchte, wie stark sich moderne Formeln zur Berechnung der Intraokularlinsen-(IOL)-Stärke bei kurzen und langen Augen unterscheiden.
Untersucht wurden sieben ESCRS-Formeln und die Ladas Super Formula 2.0 zur Berechnung der Intraokularlinsen-(IOL)-Stärke – also der Stärke einer künstlichen Linse, die bei einer Augenoperation eingesetzt wird.
Bei kurzen Augen gab es in 98,2 Prozent der Fälle klinisch relevante Unterschiede zwischen den Formeln. Bei langen Augen waren es 62,7 Prozent. Die Abweichungen betrafen vor allem die empfohlene Linsenstärke und weniger die vorhergesagte Endrefraktion – also die erwartete Fehlsichtigkeit nach der Operation.
Besonders bei kurzen Augen unterschieden sich die Empfehlungen häufig um mindestens 0,5 Dioptrien (dpt), teilweise um mehr als 1 dpt. Bei langen Augen war die axiale Länge – die Länge des Auges – der wichtigste Faktor für die Abweichungen.
Die Hill-RBF-3.0-Formel lieferte in rund 30 Prozent der Fälle keine verwertbare Empfehlung, weil die Augen außerhalb ihres Gültigkeitsbereichs lagen. Die Ladas Super Formula 2.0 zeigte keinen systematischen Ausreißer.
An dieser Studie waren neben Pia Veronika Vécsei-Marlovits, Vorständin der Augenabteilung der Klinik Hietzing, auch die Ärzt*innen Michal Klimek, Andreas Földesi, Dejan Botic, Valerie Golsch, Rafah Khandour, Maximilian Tamberger sowie Agnes Boltz der Klinik Hietzing und des Karl Landsteiner Instituts, beteiligt.
Die Autor*innen betonen, dass die Studie die Variabilität der Planung zeigt, aber nicht, welche Formel klinisch am besten ist. Bei sehr kurzen oder langen Augen sollten Operateur*innen daher mit einer höheren Unsicherheit bei der Linsenplanung rechnen.
Publikation: Inter-formula variability in IOL power planning in short and long eyes – Dove Medical Press

